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Am 26., 29. und 30. Januar 2018 fand ein Mal-Workshop hier an der Schule statt. Schülerinnen und Schüler der Klassen 9 b und 9 c malten gemeinsam an drei Tagen nach Anleitung aber auch frei mit Acrylfarbe auf Leinwand. Entstanden sind hierbei große und kleine sehr verschiedene Kunstwerke, die teilweise verkauft wurden und teilweise jetzt in der Schule an vielen Orten aushängen. Angeleitet wurde der Workshop von der Kunstlehrerin der RzBO Frau Rieken.

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Zu Gast in einer Inklusionsklasse

von Sara Sundermann  Quelle: Weser Kurier vom 14.11.2016
 
Oberschule Roland zu Bremen
Klassenlehrer Achim Kaschub bringt als Sonderpädagoge Rituale mit in den Unterricht. An der Roland-Oberschule sind fast alle Klassen Inklusionsklassen. (Karsten Klama)

Es ist noch nicht richtig hell, aber in der Schule summt es schon. Die Tische der Aula sind belegt, Kinder holen sich halbe Brötchen. Der Tag beginnt damit, dass viele Schüler freiwillig früher kommen. Um 8 Uhr beginnt der Unterricht, doch auch davor ist an der Roland zu Bremen-Oberschule in Huchting schon einiges los. Die Schule bietet – durch Spenden finanziert – ein kostenloses Frühstück für Kinder an, deren Eltern Hartz IV beziehen oder Geringverdiener sind. Nicht jedes Kind bekommt zu Hause ein Frühstück.

Aber natürlich kann in der Schule jedes Kind frühstücken, egal, wie viel Geld die Eltern haben. Und das nutzen viele Schüler, das Frühstück ist beliebt. Auch einige Schüler der 8. Klasse, in der wir heute zu Besuch sind, frühstücken gerne hier. Warum? „Weil es lecker ist“, sagt Lara. „Da kann man sich auch immer Kakao nehmen“, sagt Melissa. Frühstück für alle vor dem Unterricht – so funktioniert Schule hier. Die Oberschule wird dadurch noch mehr zu einem sozialen Ort, als das durch Ganztag und Mittagessen in der Kantine ohnehin der Fall ist. Ein Ort, wo weit mehr stattfindet als Mathe, Physik und Grammatik.

Bremens Oberschulen stehen derzeit auf dem Prüfstein. Ein Team externer Bildungsexperten soll in den kommenden Monaten das Bremer Schulsystem unter die Lupe nehmen. Dabei liegt der Fokus auf den Oberschulen und der Inklusion. Insgesamt wird in Bremen momentan viel um Bildungspolitik gestritten – vor allem, nachdem Bremer Schüler zuletzt beim Lesen im Bildungstest IQB schlecht abschnitten. Ein guter Zeitpunkt, um als Zeitung einen Einblick in den Alltag an einer Oberschule zu geben.

Oberschule Roland zu Bremen © Karsten Klama
Nicht nur Mittagessen, auch Frühstück gibt es an dieser Schule für alle. (Karsten Klama)

Zwei Drittel der Schüler haben Migrationshintergrund

Die 8. Klasse, in der wir zu Gast sind, ist – wie fast alle an der Roland-Schule – eine Inklusionsklasse. 23 Schüler gehören dazu. Zwei Drittel der Jugendlichen haben einen Migrationshintergrund, vier sind Inklusionsschüler. Inklusionsschüler sind Kinder, denen ein besonderer Förderbedarf attestiert worden ist. Das können körperliche Einschränkungen sein, aber auch Schwierigkeiten, sich zu konzentrieren. Hier an der Schule gibt es viele Kinder mit Lernschwierigkeiten. Manche übernehmen in der Familie viel mehr Verantwortung, als es für ihr Alter angemessen wäre – eigentlich eine Überforderung, sagt der Lehrer. Ein Jugendlicher hat sehr viel Zeit im Krankenhaus verbracht und dadurch viel Unterricht verpasst. Für einen anderen gab es schon soviel Ärger, dass mehrmals eine Schulkonferenz einberufen werden musste.

Nach dem Frühstück startet der Unterricht. Klassenlehrer Achim Kaschub bringt als ausgebildeter Sonderpädagoge Rituale mit, um Ruhe in die quirlige Klasse zu bringen. Mit Fingern und Stimme zählt er runter, bis es leise ist. Dann sollen die Schüler an ihren Tischen aufstehen. Kaschub begrüßt sie ruhig und deutlich, und sie ihn. Das ist Ankommen im Deutschunterricht.

Heute ist Argumentieren das Thema. Die Schüler sollen trainieren, ihre Ansicht zu formulieren und zu begründen. Einfach eine Meinung raushauen, ist nicht genug. Achim Kaschub leitet das Thema mit einem Spiel ein: Der 45-Jährige macht drei persönliche Aussagen über sich selbst, eine davon ist gelogen. Die Schüler sollen sagen, welche Aussage sie für falsch halten – und weshalb. Wenn es gilt, etwas Persönliches über ihren Lehrer und später über ihre Klassenkameraden rauszufinden, sind die meisten voll dabei.

Oberschule Roland zu Bremen © Karsten Klama
Schulleiterin Ayten Sariyildiz im Gespräch mit Jugendlichen. (Karsten Klama)

In der Klasse ist die Stimmung gut, die Schüler mögen sich und mögen auch die Lehrer, über die natürlich zugleich gelästert wird – das muss so sein. Mehrere Jugendliche sagen: „Es ist gut in der Klasse.“ Man merkt auch: In der Klasse wird es schnell unruhig, sobald der Lehrer nicht sofort gezielt bremst. Er tut das freundlich und bestimmt: „Ihr Lieben, es ist mir hier zu laut“, sagt Achim Kaschub. Der ausgebildete Sonderpädagoge teilt sich die Klassenleitung mit zwei Regelschullehrern - zu dritt sind sie deshalb, weil die eine Lehrerin gerade ein Kind bekommen hat und derzeit weniger Stunden arbeitet.

Heute, wo Besuch von der Zeitung da ist, springt kein Schüler über die Tische, niemand prügelt sich. Doch einen kleinen Eindruck davon, wie es an Bremens Schulen auch zugehen kann, bekommen selbst Kurzzeit-Gäste. Am Ende der Pause, bevor der Lehrer da ist, rütteln die Schüler an der abgeschlossenen Tür ihres Klassenraums. Und ein Mädchen springt direkt an der Wand hoch, bis über die Tür, um über die Mauer zu gucken. In solchen Momenten haben auch schon Schüler versucht, die Tür aufzubrechen. "Das sind dann Situationen, in denen ich alleine nicht weiß, was ich machen soll", sagt die Klassenlehrerin. Dann sagt sie den Sozialarbeitern vom sogenannten Jugendbüro Bescheid, die bei Konflikten unterstützen.

Tests für unterschiedliche Leistungsniveaus

Deutlich wird bei dem Schulbesuch auch: Für die Kinder ist es Alltag, dass sie eine Inklusionsklasse sind. Inklusionsklasse, was heißt das? Mancher der Schüler weiß es nicht so genau. Schülerin Hevi erklärt: „Das heißt, wir sind alle unterschiedlich. Einige von uns brauchen mehr Hilfe, und die bekommen dann auch mehr Hilfe. Deshalb haben wir auch drei Lehrer.“ Wenn diese Klasse eine Deutscharbeit schreibt, muss der Lehrer aufpassen beim Verteilen der Aufgabenblätter. Denn es gibt drei verschiedene Versionen des Tests, in dem es um Satzstrukturen im Deutschen geht. Anspruchsvollere Aufgaben für Kinder im Erweiterungskurs, etwas einfachere Aufgaben für Kinder im Grundkurs und noch einfachere Aufgaben für Inklusionskinder mit Lernschwierigkeiten.

Doch nicht nur den Kindern mit Förderbedarf, vielen Kindern fällt das Lesen nicht leicht. Auch bei Texten, die weder vor Fremdwörtern starren, noch voller komplizierter Nebensätze sind. Eine Vierzehnjährige liest genau den Satz vor, der die Antwort auf eine Frage zum Text gibt. Fragt man sie nach der Antwort, kann sie sie dennoch nicht sagen. Als in einer Unterrichtsstunde zur Berufsorientierung ein Lebenslauf für eine Bewerbung ausgefüllt werden soll, fragen mehrere Schüler nach, was das Wort „Anschrift“ bedeutet. Wohnort, Straße, das kennen sie, Anschrift nicht. Manche Schüler sind rasch fertig und rufen vergnügt in die Klasse. Andere kommen ohne Anleitung und ständige Ermutigung überhaupt nicht weiter. Sie sitzen reglos vor ihrem Blatt. Doch der Lehrer kann nicht überall gleichzeitig sein. „Ich müsste eigentlich die ganze Zeit neben vielen der Schüler sitzen“, sagt die Klassenlehrerin. Daneben sitzen und helfen. 13 von 30 Unterrichtsstunden sind ein Regelschullehrer und der Sonderpädagoge gemeinsam in der Klasse. Den Rest der Zeit ist ein Lehrer alleine.

Diese Schwierigkeit kennen viele Lehrer an vielen Bremer Schulen. Und die Roland-Oberschule ist eine, die von anderen Schulen zum Teil um ihre zusätzlichen Stellen für Sozialarbeiter beneidet wird: Es gibt zusätzliche Mitarbeiter für zusätzliche Angebote, zum Beispiel ein Projekt für verhaltensauffällige Kinder und eines für Schulmeider. Schulleiterin Ayten Sariyildiz, die die Leitung nach den Sommerferien übernommen hat, ist gezielt aus Nordrhein-Westfalen an diese Schule in Huchting zurück gekommen. Sie setzt sich hier dafür ein, dass jedes Kind eine gute Bildung bekommt, unabhängig vom Stadtteil. „Ich habe gedacht: Hier kann ich wirklich etwas bewegen“, sagt sie. Eine große, eine wichtige, eine schwierige Aufgabe bleibt es trotzdem.

Die Roland zu Bremen Oberschule
Rund 510 Kinder besuchen die Oberschule in Huchting. Davon haben etwa 100 Kinder einen sonderpädagogisches Förderbedarf. Das ist jedes fünfte Kind. Damit ist der Anteil der Inklusionskinder an dieser Schule besonders hoch: Im Schnitt haben in Bremen 6,5 Prozent aller Schüler Förderbedarf. An der Roland-Oberschule gibt es bereits seit längerem Erfahrung damit: Früher war die Schule ein Förderzentrum für Kinder mit Beeinträchtigungen in den Bereichen Lernen, Sprache und Verhalten. Später wurde sie in eine Oberschule umgewandelt, die besonders früh die Inklusion einführte. An der Roland-Oberschule sind 18 von 22 Klassen Inklusionsklassen. 63 Prozent der Schüler haben einen Migrationshintergrund.

Selbstbehauptungsprojekt für Kinder in der Boxzeile erfolgreich abgeschlossen

Über einen Zeitraum von 8 Wochen trafen sich 5 Mädchen und 5 Jungen der Jahrgangsklassen 6, 7 und 8 in der Boxzeile Huchting. In Kooperation mit der Boxzeile, dem Alexander von Humbold Gymnasium und der Roland zu Bremen Oberschule, wurde einmal wöchentlich intensiv trainiert. Von 2 Pädagogen*innen und Trainer*innen wurden einige Grundlagen des Boxsports, der Selbstbehauptung, der Selbst- und Fremdwahrnehmung, eines sinnvollen Trainings und einfacher Selbstverteidigungstechniken vermittelt. Die unmittelbaren Erfahrungen der Kinder aus ihrem Lebens- bzw. Schulalltag bildeten den Ausgangspunkt für dieses, eigens hierfür entwickelte Trainingskonzept. Neben viel Spass bei gruppenorientierten Spielen, standen aber auch Gespräche, Anliegen der Kinder und Diskussionen mit auf dem Programm. So wurden u.a. einige Artikel der UN Kinderrechtskonvention bezogen auf den direkten Lebenskontext der Kinder intensiv besprochen. Aber auch Alltagsfragen wie z.B.: „Warum duzt man sich beim Sport?", fanden immer wieder Platz.

Alle 10 Teilnehmer*innen haben mit ihrer Wissbegierde, ihrer Bereitschaft sich auch nachmittags nach dem Unterricht voll auf das Programm einzulassen, sich bewegungstechnisch auf neue Herausforderungen einzulassen und vor allem mit ihrer Freundlichkeit, auch den Trainer*innen viel Freude bereitet.

Auch die SchülerInnen berichten einheitlich nur positiv, von dem Projekt, in dem sie wichtige Strategien der Selbstbehauptung lernen konnten. Sie empfehlen dieses Projekt uneingeschränkt weiter.

Wir danken den TrainerInnen für dieses proffessionelle und rundherum gelungene Projekt. Insgesammt danken wir allen Beteiligten für die gute und verbindliche Zusammenarbeit in diesem Kooperationsprojekt zwischen Alexander von Humbold Gymnasium, Sportverein, Alten Eichen und der Roland zu Bremen Oberschule.

 

Boxprojekt

 

 

Seit einigen Wochen bereiten wir gemeinsam mit den Schülerinnen und Schülern das Projekt „Universal Friendship“ vor. Dabei geht es um Brieffreundschaften zwischen einer unserer 8. Klassen und einer 7. Klasse der Mimar Kemal Ortaokulu Schule in Ankara, Türkei.

Die Briefe werden überwiegend als E-Mails auf Englisch geschrieben. Das Schreiben und Lesen der E-Mails wird Gegenstand des Englischunterrichts sein, kann aber natürlich auch darüber hinaus privat erfolgen.

Die Ziele, die mit einem Brieffreundschaftsprojekt verbunden sind, liegen auf der Hand: Die Schülerinnen und Schüler führen echte Kommunikation auf Englisch, erleben zahlreiche natürliche Schreibanlässe und vertiefen somit ihre Englischkenntnisse. Nebenbei erhalten sie die Möglichkeit, internationale Kontakte zu knüpfen.

Sollte das Projekt positiv verlaufen, könnte sich daraus unter Umständen für die Zukunft die Gelegenheit zu einem Schüleraustausch bzw. zu einer Fahrt dorthin ergeben.

Sie und Ihre Kinder können sich gerne auf folgender Homepage über unsere türkische „Partnerschule“ informieren:

Mimar Kemal Ortaokulu Schule

Sollten Sie Fragen zu diesem Projekt haben, dürfen Sie sich gerne an uns wenden.